Das Settericher Pfarrheim wird wieder zum Paradies für Krippenfreunde jeden Alters

28.11.2018 v

Spezielle Führungen für Kinder sind möglich – Exponate aus heimischer Fertigung werden zu sehen sein

Krippen faszinieren Kinder und Erwachsene vor und konsequenterweise auch noch nach Weihnachten, wenn mit Mariä Lichtmess am 2. Februar 2019 die Krippenzeit offiziell endet. So lange werden die über 40 Modelle – ganz genau steht die Zahl noch nicht fest – allerdings nicht zu bestaunen sein. Die alle drei Jahre stattfindende Ausstellung des Settericher Geschichtsvereins wird am Samstag, 1. Dezember, im Settericher Pfarrheim St. Andreas, An der Burg 1, unter dem Motto „Wir haben einen Stern gesehen“ eröffnet und dauert „nur“ bis zum zweiten Adventssonntag, 9. Dezember. Da die nicht nur aus Holz gefertigten Krippen aus vielen Teilen der Welt von montags bis samstags (also auch am Eröffnungstag) täglich von 15 bis 18 Uhr sowie an beiden Sonntagen von 10 bis 18 Uhr besichtigt werden können, ist wohl genügend Zeit vorhanden, um sich in St. Andreas gebührend auf das Fest der Feste einzustimmen und die zum Teil sehr kunstvollen Arbeiten zu bestaunen. Im Anschluss dürften die meisten Krippen dann noch in Settericher Privathaushalten oder in den umliegenden Dörfern die Weihnachtszeit begleiten.

Viele fleißige Helfer ziehen mit

„Wir haben allerdings auch drei große Kirchenkrippen aus Puffendorf und Setterich in der Ausstellung“, freut sich Heinz-Josef Keutmann, der 1. Vorsitzende des Settericher Geschichtsvereins. Alle drei Jahre stellt der Verein so eine Krippenausstellung auf die Beine. „Das geht natürlich nur, wenn viele fleißige Helfer mitziehen“, weist Keutmann auf den schon stehenden Dienstplan. Aufbau, Kasse, Aufsicht, Cafeteria, Abbau – alles ist bereits akribisch geregelt. Wobei der Aufbau teilweise recht großer und ganz kleiner Krippen (auch in Vitrinen) nicht einfach so passiert. „Wir sorgen nämlich auch für eine vorweihnachtliche Dekoration mit viel Tannengrün“, merkt Heinz-Josef Keutmann an, der sich sehr darüber freut, dass sich so viele Mitglieder für die Ausstellung engagieren. Im Vorfeld hatte der Geschichtsverein die Bevölkerung aufgerufen, sich mit besonderen Krippen an der Ausstellung zu beteiligen, was erneut auf große Resonanz stieß. Wahre Schätze sind darunter, weshalb die Veranstaltung auch entsprechend versichert werden muss. Bei all dem Aufwand ist der kleine Obolus von zwei Euro für den Eintritt sicher nicht zu hoch gegriffen. Kinder bis 14 Jahre kommen sogar gratis in die Ausstellung und haben unter Umständen sogar besonders viel davon. Für Kindergärten und Schulklassen sind Besichtigungen auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten möglich – und mit großer Wahrscheinlichkeit kommen sie dann in den Genuss einer weihnachtlichen Lesung mit Margret Nußbaum. Die bekannte Settericher Autorin ist selbst Mitglied des Geschichtsvereins und hat sich für die Kinder wieder Besonderes einfallen lassen. Selbstverständlich können sich auch jetzt noch Kindergärten und Schulklassen aus ganz Baesweiler für eine Besichtigungsrunde unter info@geschichtsverein-setterich.de melden oder telefonisch unter 0152/29253213. Unter den ausgestellten Krippen gibt es einige Raritäten. „Ebenso können sich die Besucher auf Krippen aus verschiedenen Landstrichen Deutschlands – gestaltet aus Ton, Gips, Papier, Stroh oder Plastik – freuen“, blickt Heinz-Josef Keutmann aus. Sogar eine Krippe aus dem fernen Peru wird gezeigt. Und weil Kinder auch mal gerne Krippenfiguren anfassen, wird es vor Ort auch zumindest eine Spielkrippe geben – und Krippen aus Settericher Fertigung!

Walter Wutz ist neben Hubert Steffens einer der Settericher, die selbst künstlerisch Hand anlegen und somit ihren höchstpersönlichen Beitrag zur Ausstellung leisten. Wutz liebt es schnörkellos und recht puristisch, was auch ohne weitere Pinselstriche und Kostümaufwand seinen Reiz hat. „Einen festen Plan, wann und wie viel ich schnitze habe ich eigentlich nicht – immer wenn ich Lust habe“, sagt Walter Wutz, der so immerhin auf drei bis vier Krippen pro Jahr kommt. Inspiration holt sich der Settericher Hobbyschnitzer auf anderen Krippenausstellungen. „Die ein oder andere Anregung habe ich so etwa in Kevelaer gefunden“, sagt Walter Wutz, der auch die filigranen und aufwendigen Krippenarbeiten aus dem bayrischen oder alpenländischen Raum kennt. Für ihn selbst sind diese nicht so inspirierend. Außerdem würde dabei längst viel moderne Technik zum Einsatz kommen. Wutz macht noch alles selbst! Besonders pfiffig hat er bei seinem weitgehend aus Lindenholz gefertigten Exponat das diesjährige Motto „Wir haben einen Stern gesehen“ umgesetzt. Die Besucher werden die Krippe garantiert zwischen den Ausstellungsstücken im Pfarrheim von St. Andreas erkennen, wo Sie dann auch eine Tasse Kaffee und Gebäck zum Krippenambiente genießen können. Die kunsthandwerkliche Ausgestaltung, die Vielfältigkeit der Formen und Materialien sowie die Anordnung in unterschiedlichen Landschaften und Epochen dürften die Krippenfans begeistern oder gar die Lust auf eine eigene Krippe wecken (falls noch nicht vorhanden). Alle Krippenwünsche sind für Heinz-Josef Keutmann übrigens noch nicht erfüllt, schwärmt er von einer ganz besonderen Kirchenkrippe aus Beggendorf, die er gerne auch in der Settericher Ausstellung gesehen hätte. Doch die Beggendorfer brauchen für ihre große Krippe Zeit, um sie der Weihnachtsgeschichte entsprechend immer wieder neu in Szene zu setzen. Der Geschichtsverein wird während der Ausstellung unter anderem auch seinen historischen Bilderkalender verkaufen, der auf ein bedeutendes Ereignis hinweist: die erstmalige urkundliche Erwähnung Setterichs, die sich 2019 zum 900. Mal jährt. Das wird dann auch im Sommer 2019 groß gefeiert. Dazu an anderer Stelle mehr.

Während der Ausstellung bietet der Geschichtsverein zudem Dekoratives und Handwerkliches aus Settericher Fertigung zum Verkauf an. Dazu zählen etwa Strickwaren der Settericher Gruppe „Heiße Nadel“. Die Strickgruppe stellte sich mit ihren Arbeiten schon vielfach in den Dienst der guten Sache und strickte etwa für die Hospizbewegung oder Flüchtlingskinder. Erworben werden kann übrigens auch die Krippe von Walter Wutz. Der Erlös käme dann gegebenenfalls dem Geschichtsverein Setterich zu Gute.

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